Das erste Jahr mit meinem Perro

 

Was bedeutet es für den Welpenabnehmer, einen Perro bei sich aufzunehmen!? Wie waren die eigenen Vorstellungen und wie war die Realität!? 

Die neuen Frauchen und Herrchen beantworteten netterweise unsere Fragen und helfen so vielleicht anderen Interessenten, bei Unsicherheiten oder überhaupt bei der Frage, passt ein Perro-Welpe in mein Leben!? 

 

 

Welpenabnehmer A (Hundeunerfahren!)

 

Wie waren die ersten Wochen?

 

Anstrengend, super schön, sehr spannend, schlafarm.

Sicher haben wir die ersten Nächte mit viel zu empfindlichen Ohren auf

jedes Geräusch und jede Bewegung des Kleintiers geachtet, sodass wir

alle keinen Schlaf gefunden haben (inkl. Hund). Mit der Entscheidung,

nicht mehr auf jeden Pups zu reagieren, entspannte sich die Situation sehr…

In den ersten Wochen hatten wir die Möglichkeit, ihm eine Vollbetreuung

zu schenken, d.h. es war immer jemand für ihn da.

Der Radius der Spaziergänge war sehr klein, sehr oft reichte die nächste

Wiese am Haus.

 

 

Was kam ganz anders als gedacht?

 

Wir hatten eigentlich einen Hund gekauft und kein Kuscheltier…

inzwischen macht das Raufen mit ihm sehr großen Spaß.

Wir hatten nicht damit gerechnet, dass unsere großen Kinder anfangs doch

großen Respekt vor der Aufgabe, auf ihn aufzupassen, hatten. Und das

unsere kleine Tochter (12 Jahre) auch Sorge hatte, mit ihm rauszugehen.

Insbesondere die anfangs häufigen „5 Minuten“ und das bei Unwillen

auftretende „Wadenbeissen“ machte ihnen Sorge. Inzwischen wird IMMER

ZUERST der Hund gegrüßt und ausgiebigst bespielt und die Sorgen sind

verflogen.

 

 

Wie hat sich euer Leben mit dem Perro verändert?

 

Wir sind sehr viel mehr draußen, unsere Freizeitaktivitäten sind etwas

eingeschränkter, wir können nicht mehr wirklich ausschlafen…

Wir haben ein weiteres Familienmitglied, das auch seinen Anteil an

Zuwendung, Massagen, Spaziergängen einfordert. Wir Menschen dürfen

lernen, uns dabei nicht zu sehr zu vergessen.

Wir müssen deutlich öfter Putzen und Staubsaugen, besonders jetzt im Winter.

 

 

Wo kamen Probleme?

 

Alleine lassen ist nach wie vor schwierig, er macht dann Sachen, die er

sonst nie macht (auf den Tisch klettern und Schokoladenprinten essen z.B.).

Die bereits oben erwähnten „5 Minuten“ und „Wadenbeissen“ treten so

nicht mehr auf, aktuell hadern wir mit vielleicht pubertär verstärkten

Impulsen zu anderen Hunde(damen) und immer mal wieder ALLES zu fressen,

was ihm in die Nase kommt...

 

 

Wann war der Welpe stubenrein?

 

Überwiegend stubenrein mit vielleicht 12 Wochen, allerdings gab es immer

mal wieder „Unfälle“, bei denen dann vereinzelte kleine und große

Geschäfte dann doch nochmal im Haus landeten (besonders gerne in

Frauchens Büro…). Total stubenrein mit ca. 16 Wochen.

 

 

Was ratet ihr anderen Welpeninteressenten?

 

Vertraut eurem Bauchgefühl. Habt Respekt vor der Aufgabe.

Seid im Austausch mit den anderen Besitzern, das hilft bei vielen

Fragen, die in der ersten Zeit sicher auftauchen werden.

Eine Hundeschule besuchen, extrem hilfreich zum Kennenlernen von anderen

Hunden und seine eigenen Verhaltensweisen zu hinterfragen.

Überhaupt viel Kontakt zu anderen Hunden suchen.

Viel Spielen, im Kontakt sein mit dem Hund, Aufgaben suchen. Geduldig

sein, immer wieder probieren...

 

 

Welpenabnehmer B (Hundeerfahren!)

 

Wie waren die ersten Wochen?

 

Die ersten Wochen waren spannend aber auch sehr anstrengend, vor allem für meinen Mann, der noch nie einen Welpen großgezogen hat. Wir haben sehr darauf geachtet, dass unser Welpe möglichst viel kennen lernt und positiv verknüpft. Vor allem die Begegnungen mit anderen Hunden haben wir gezielt gesteuert. Die meisten unverträglichen oder ängstlichen Hunde haben in den ersten Wochen schlechte Erfahrungen mit Artgenossen gemacht. 

Es war toll mitzuerleben, wie schnell unser Welpe für ihn neue Situationen gemeistert hat und dadurch das Vertrauen zu uns stetig gewachsen ist.

 

 

Was kam ganz anders als gedacht?

 

Im Großen und Ganzen kam alles wie gedacht.

 

 

Wie hat sich euer Leben mit dem Perro verändert?

 

Positiv! 😀Wir haben uns einen intelligenten Hund gewünscht, und mit unserem Welpen genau das bekommen. Wir freuen uns jeden Tag, dass ein so toller Hund unser Leben bereichert. Wir waren vorher schon viel im Freien unterwegs, jetzt sind wir wieder bei jedem Wind und Wetter draußen. Wir machen wieder aktiv Hundesport, vor allem Obedience. Und wir verbringen unsere Urlaube wieder in Dänemark oder auf Rügen.

 

 

Wo kamen Probleme?

 

Das Alleinebleiben war am Anfang ein Problem für den Wepen. Das mussten wir intensiver üben, als bei seinen Vorgängern. Aber mittlerweile macht ihm das nichts mehr aus. 

 

 

Wann war der Welpe stubenrein?

 

Der Welpe war nach knapp einer Woche stubenrein.

 

 

Was ratet ihr anderen Welpeninteressenten?

 

Informiert euch vorher genau über diese Rasse. Der Perro ist absolut nichts für Couchpotatos oder jemanden, der einen Hund sucht, der so nebenher läuft. Zusätzlich zu an das Alter des Hundes angepasste körperliche Beschäftigung braucht der Perro vor allem Kopfarbeit. Nur so ist er wirklich ausgelastet. 

Andererseits ist der Perro leicht erziehbar, vor allem wenn man ihm für nicht gewünschtes Verhalten eine Alternative anbietet und diese positiv bestärkt.

 

 

 

Welpenabnehmer C (Hundeunerfahren!)

 

 

Wir haben uns als Ersthundebesitzer im Vorfeld viele (vielleicht zu viele?) Gedanken gemacht, wie es denn werden würde, wenn unser Perro bei uns einzieht, was wir machen müssen und was besser nicht, haben Literatur gewälzt und im Internet gestöbert.

 

Insgesamt war es natürlich eine ordentliche Umstellung, als unser Welpe im Mai bei uns einzog. Auf jeden Fall ist er seit Beginn an eine große Bereicherung für unser Leben, und schon nach wenigen Tagen konnten wir uns schon kein Leben mehr ohne Hund vorstellen. Mangels Erfahrung können wir jedoch nicht aus erster Hand beurteilen, ob es sich mit einem Perro wirklich anders verhält als mit anderen Hunden.

 

Mit ein wenig Konsequenz in der Erziehung (da tun wir uns manchmal etwas schwer) lebt es sich ganz angenehm miteinander. Aktivitäten verlagern sich natürlich ein wenig, da ein Hund nicht überall gerne gesehen ist. Z. B. ist die Auswahl des Urlaubsortes nicht mehr ganz so einfach, da Hunde in vielen Unterkünften oder z. B. an Stränden unerwünscht sind bzw. dort strenge Regeln auferlegt werden. Dänemark ist diesbezüglich ein Traum, den wir im letzten Herbst das erste Mal geträumt haben und dieses Jahr wiederholen werden: in viele Ferienhäuser darf man Hunde mitnehmen, die Natur ist sehr weitläufig, im Winterhalbjahr ist am Strand nicht einmal Leinenpflicht - toll!

 

Wir haben unseren Welpen von Beginn an ganz normal an unserem Leben teilhaben lassen. Zu (Familien-) oder Gartenfeiern haben wir ihn immer mitgenommen - wenn auch nur kurz - und ihm gezeigt, dass es viele nette Menschen gibt. Dabei durfte er in seinem Tempo die Umgebung erkunden und Kontakt aufnehmen, was ganz gut geklappt hat, wir waren dabei immer in seiner Nähe. Subjektiv scheint er daher fremden Menschen gegenüber aufgeschlossener zu sein, als man “gewöhnlichen” Perros so nachsagt - der direkte Vergleich fehlt uns hier natürlich.

 

Immer mal wieder kann es zu “bedrohlichen” Situationen kommen - auch jetzt mit fast einem Jahr. Wichtig dabei: lasst den Welpen dabei nie alleine mit seiner Angst, sondern stärkt ihm den Rücken und besteht die Abenteuer und Entdeckungen gemeinsam. Es schweißt einfach zusammen, wenn man gemeinsam den gruseligen Wirsing-Kohlkopf besiegt hat, der vorher auf der Küchenarbeitsplatte lag und aus drei Metern Entfernung minutenlang ängstlich angekläfft und angeknurrt werden musste. ;-)

 

Ganz wichtig für unser Zusammenleben war und ist eine gewisse Entschleunigung. Alle sagen immer “der Hund muss ausgelastet werden”, was oftmals mit kilometerlangen Märschen und stundenlangem Bällchenwerfen mehrmals am Tag verwechselt wird. Auch braucht ein Hund keinen durchgetakteten und vollgestopften Kalender. Wir haben uns hier eher an den Rat gehalten “in der Ruhe liegt die Kraft”, und Ausflüge und sonstige Aktivitäten seinem Alter angepasst (Faustregel: je Lebenswoche eine Minute Spaziergang), auch wenn es natürlich ab und zu Ausnahmen gab und gibt. Und lassen ihn unterwegs auch mal einen Grasbüschel drei Minuten lang gründlich beschnüffeln oder veranstalten zu Hause Suchspiele - das lastet mindestens ebenso aus.

 

Auch heute noch gönnen wir ihm viel Ruhe und bespaßen ihn nicht rund um die Uhr, sondern “verordnen” ihm schon mal bewusst eine Auszeit - insbesondere nach Zeiten mit viel “Action”. Er schaut uns dann meist an, als wolle er sagen “Dein Ernst? Erst toben wir, und jetzt soll ich mich hinlegen? Na gut…” Das macht ihn in unseren Augen zu einem recht ausgeglichenen Hund, der bisher keine Schuhe frisst, Stuhlbeine annagt, Gardinen herunter reißt etc., selbst wenn er mal ein paar Stunden alleine gelassen wird, und auch nicht als Welpe während des Zahnwechsels.

 

Gut bewährt hat sich bei uns eine Hundebox, hilfreich z. B. wenn der Postbote klingelt. Auch wenn es tagsüber zuhause nicht sein bevorzugter Rückzugsort ist, hat er sie insbesondere nachts zu schätzen gelernt. Seit der ersten Nacht schläft unser Perro ohne Ausnahme im anfangs verschlossenen Kennel bei uns im Schlafzimmer direkt neben dem Bett. Kein einziges Mal gab es diesbezüglich eine “Diskussion”, nicht ein einziges Mal hat er diesen beschmutzt (OK, einmal hat er sich darin übergeben, aber das zählt nicht.). In der ersten Nacht hat er sich das erste Mal nach 4:00 Uhr morgens gemeldet, weil er musste. Und nach nur rund einer Woche hat er schon ohne Unterbrechung durchgeschlafen und ausgehalten, bis auch wir aufgestanden sind. Seit einigen Monaten geht er von sich aus in die Box, wenn es Schlafenszeit ist und auch wir ins Bett gehen. Und verlässt die inzwischen immer offene Box auch erst wieder morgens, wenn es Zeit zum Aufstehen ist.

 

Apropos Stubenreinheit: Keine Ahnung, wann er wirklich stubenrein war. Auch wenn unser Verbrauch an Haushaltsrolle für die kleinen Unfälle zu Anfang recht hoch war, ging es gefühlt relativ schnell. Bei kleinen Malheuren waren wir fast immer selber Schuld, weil wir die Zeichen nicht richtig gedeutet haben bzw. unser Timing nicht stimmte. Er musste eigentlich fast immer: vor dem Schlafen, nach dem Schlafen, nach dem Fressen, nach dem Spielen (manchmal auch mittendrin) usw.. Und wenn er muss, muss er. Und zwar JETZT, nicht sofort, und schon gar nicht gleich oder später. Rituale helfen auch hier: Wir lassen ihn immer vor der geschlossenen Terrassentür sitzen, bevor wir ihm erlauben, in den Garten zu gehen. Das hat er sehr schnell verinnerlicht und sich schon sehr früh von sich aus vor die Tür gesetzt, wenn er musste. Nützte nur nichts, wenn man sich selber gerade in der Küche aufhielt… :-/

 

 

Noch eine Empfehlung zum Schluss: eine gute Hundeschule ist Gold wert! Schon weit bevor er bei uns einzog, haben wir einige Hundeschulen in der Nähe besucht, bei Welpenstunden zugeschaut und uns mit den Trainern unterhalten. Man bekommt dabei einen guten Eindruck, wem man seinen Welpen anvertrauen möchte, und wem eher nicht. Und bringt einen nicht in Verlegenheit, unter Zeitdruck - wenn der Welpe schon da ist - irgendeine Hundeschule nehmen zu müssen bzw. den Welpen dort schlechte Erfahrungen machen zu lassen, die man nachher mühsam wieder ausbügeln muss. Dann lieber KEINE Hundeschule, als eine schlechte! Und es schadet auch nicht, punktuell eine Einzelstunde zu buchen.

 

Insgesamt hört auf euer Bauchgefühl, gepaart mit gesundem Menschenverstand - in vielen Fällen hilft Euch das mehr, als wenn man sich bei Facebook in einer der unzähligen Hundegruppen von sogenannten Hundeexperten verrückt machen lässt.

 

Im Zweifel stehen Tanja und Sebastian mit Rat und Tat zur Seite, oder auch der Hundetrainer bzw. Tierarzt des Vertrauens.

 

 

Welpenabnehmer D (Hundeerfahren!)

 

 

Unser Perro ist ein kleiner Kasperkopf mit sensibler Note. Auffallend ist, dass er sich viel abschaut und dadurch lernt. Daher spiegelt er auch extrem unser Verhalten wider. Das ist wirklich sehr faszinierend. In der Hundeschule wird mit einem „Vorturner“-Hund vieles vorgemacht. Dieser kann die gezeigten Übungen auch schon perfekt. Danach kann ich mir sicher sein, dass unser Perro das auch einwandfrei durchführt, ohne es vorher geübt zu haben (wird vom Trainer nur nicht wirklich geglaubt).Er lernt gut und schnell, er ist nur auch mal etwas unkonzentriert oder übereifrig. Es ist wichtig alles mit ihm gemeinsam zu erkunden und zu entdecken. Unser Perro ist ein Hund, der sich Vertrauen und Selbstbewusstsein aus seinem „Rudel“ zieht. Man sollte ihn in unbekannten und unsicheren Situationen nicht alleine lassen.

 

 

Wie waren die ersten Wochen?

 

Die ersten Wochen waren durchwachsen. Von absoluten Glücksmomenten und überschwänglichen Erfolgserlebnissen bis zu kleinen Nervenzusammenbrüchen und Stress durch anhaltende Müdigkeit war alles dabei. Der kleine tollpatschige Racker hat zwar viel geschlafen, aber immer nur in kurzen Intervallen. Also musste man ihm Ruhe gönnen, doch wenn er wach war, musste man auch direkt vor die Tür. Was sich manchmal etwas abenteuerlich gestaltete: Spazieren gehen außerhalb wurde immer erstmal mit hinsetzen und dumm umherschauen begonnen. Daher war er während seinen ersten Entdeckungsreisen viel auf dem Arm.

 

 

Was kam ganz anders als gedacht?

 

Die Kontrolle über seine Schließmuskeln war ein Mysterium. Man hat deutlich gemerkt, dass er unbedingt stubenrein sein wollte, doch manchmal war es anscheinend einfach unumgänglich in die eigenen vier Wände zu machen. Das war auch einfach zu unterschiedlichsten Zeiten. Der Moment um zu reagieren war auch manchmal zu knapp. Da steht der kleine Mann noch völlig verträumt nach dem Aufstehen vor seinem Korb und schon plätschert es. Man läuft die Wiese auf und ab und ein Häufchen wurde vom Hund auch hinterlassen. Beim Toben auf seinem Sitzsack kurz danach sind nur leider noch ein paar Knödel raus geplumpst. Naja, da kann man dem Kleinen nun auch nicht böse sein. Wir mussten nur manchmal etwas aufpassen, nicht laut loszulachen. Das ist ja auch nicht richtig. Unser Perro merkt es sofort, wenn man etwas niedlich und witzig findet. Die Laune zu erhellen ist sein Hobby.

Als wir kurz vorm Verzweifeln in Punkto Stubenreinheit waren, wurde es von Tag zu Tag in großen Schritten viel besser. Nach den ersten vier Wochen kam es nur noch sehr sehr selten zu kleinen Ausrutschern. Meist auch in unserem Verschulden. Das viele Trinken unterschätzt oder den morgendlichen Zweithaufen der nun immer draußen gelassen wird. (Unser erster Hund war innerhalb einer Woche stubenrein!)

 

 

Wie hat sich euer Leben mit dem Perro verändert?

 

Man hat viel mehr wetterfeste Kleidung im Schrank ;) Nein ganz ehrlich: Es ist einfach schöner, da man sich viel mehr in der Natur aufhält und auch mal neue Ecken erforscht. Einen Hund zu haben, heißt auch an anderen Stellen Abstriche zu machen. Aber das gleicht dieser auch ohne weiteres wieder aus. Es wird nie langweilig. Wie schon geschrieben, ist gute Laune zu verbreiten sein Hobby.

 

 

Wo kamen Probleme?

 

Es kann sein, dass man sich mit seinem zurückhaltenden Perrowelpen ggf. auch mit penetranten Menschen auseinandersetzen muss. Gerade in neuen Situationen, in denen der Hund bereits mit sich und der Umwelt beschäftigt ist, kann es ihn überfordern noch zusätzlich von irgendwelchen Fremden begrabscht zu werden. Man kann das mal als Übung ganz vorsichtig mit Freunden machen. Aber euer Liebling muss sich nicht bedrängen lassen, wenn er den Kontakt als sichtbar unangenehm empfindet. Mir ist es anfangs etwas schwer gefallen, Menschen zurück zu weisen; aber ich empfehle jedem, dem es auch so geht, lieber über seinen Schatten zu springen und den Personen die ein einfaches „ungern“ nicht verstehen oder nicht mal nachfragen, ob sie den „kleinen, ach so niedlichen Hund“ anfassen dürfen, deutlich machen, dass Sie Abstand halten sollen bzw. der Hund nicht jedermanns Kuscheltier ist! Dabei empfinden wir gerade die perrotypische Zurückhaltung Fremden gegenüber als sehr angenehm. Wo man eine andere Hunderasse nur mal nett anschaut und daraufhin direkt fett umarmt wird, ist bei einem Perro Maximum ein kurzes Anschnuppern drin.

Ein anderes Problem ist bis heute nicht behoben. Unser Perro fängt urplötzlich und ohne erkenntlichen Grund einfach an dich anzubellen und das minutenlang durchgehend. Bisher hilft es nur die Schleppleine dran zu lassen, aber jeder andere Versuch dieses zu unterbinden, bleibt völlig erfolglos.

Ansonsten macht er einen ziemlich ausgeglichenen Eindruck.

 

 

Wann war der Welpe stubenrein?

 

Ich würde sagen schon recht früh. Bei 2-4 Wochen war die Blase noch nicht so ausgereift und wir haben es einfach ab und zu verpennt. Aber ein Verständnis war ja schon da, also war das der Zeitpunkt wo es ausreichend für mich war und durch durchgängiges positiv bestätigen, wurde das Verständnis beibehalten. (kurzer Rückfall, als man es schon als selbstverständlich ansah und kaum noch gelobt hat.)

 

 

Was ratet ihr den anderen Welpeninteressenten?

 

Den Besuch einer Hundeschule. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass über die Welpen- und Junghundeschule hinaus Kurse zu buchen oder einfach Hundespielstunden eine gute Idee war, da unserem Perro die Möglichkeit gegeben wurde viele Rassen und deren Eigenarten kennenzulernen. Und sich selbst ein bisschen auszutesten und Selbstbewusstsein aufzubauen. 

Ich hatte das Gefühl, dass er schon von Anfang an gerne etwas anspruchsvoller beschäftigt werden konnte/wollte. Mit kleinen Suchspielen und Tricks lernen, konnte man ihm schon früh eine Freude machen. Und bei späteren Übungen konnte man auf dieser Basis aufbauen.

Ein Perro ist auf keinen Fall etwas für Choleriker (eigentlich kein Hund!) und auch so sollte man sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lassen. Es ist aber bei einem Hund der absolut alles nur in guter Absicht tut auch schwer konsequent zu bleiben. Unser Perro trug viel und gerne allerlei Dinge durch die Wohnung und bei einigen haben wir uns gefreut, dass er sie holt und haben Übungen daraus gebastelt. Aber wenn der Hund dir zum 10. Mal deinen mehr als matschigen Schuh anschleppt und dabei jede Möglichkeit anzuecken mitnimmt, muss man auch da ruhig bleiben. Aber bevor etwas ins Körbchen zum Zerlegen geschleppt wurde, wurde es immer erst präsentiert (Außer Essbares :)), was eine sehr nette Angewohnheit ist.  

Wir raten nur sich auf einen in manchen Situationen ungewöhnlichen Hund einzustellen, der im Sturm eure Herzen erobert. Er verliert kein Fell, bringt aber gerne viele Strandutensilien, den halben Wald oder Matsch bis unters Kinn mit nach Hause.

 

Er ist schlau und braucht körperlich und geistig eine vielseitige Beschäftigung. Das kostet alles Zeit und Geduld, doch es lohnt sich allemal. Das merkt man schon allein daran, dass man mit ihm viel öfter lächeln muss als ohne ihn.

 

 

Welpenabnehmer E (Hundeunerfahren!)

 

 Wie waren die ersten Wochen?

 

Wie immer, wenn sich Dinge verändern, besonders im familiären Zusammenleben, bringt es viel Aufregung und Nervosität mit sich. Auch wenn die Entscheidung für einen Hund nach reiflicher Überlegung bewusst gefallen ist, hatten wir nur eine Ahnung wie es werden würde. Richtig und wichtig erscheint auch im Nachhinein, dass jemand die ersten Wochen rund um die Uhr Zeit hatte, sich komplett dem neuen Mitbewohner zu widmen. Vieles macht man intuitiv richtig, wenn man mit gesundem Menschenverstand und der vorhandenen Portion Tierliebe entscheidet. Aber man lernt auch schnell viel neues, z.B. welche ungeahnte Gefahren der eigene Garten oder das Haus für den Welpen birgt. Mit dem Wissen kann man sich jedoch schnell darauf einstellen.

 

Die ersten Wochen boten viele Programmpunkte. So soll man ja in der sogenannten „Prägephase“ alles einmal machen, was man später mit dem Hund vorhat. Und so wurde die Liste von „A“ wie Autofahren bis „Z“ wie Zugfahren durchgspielt. Ein gemeinsamer Paddelurlaub mit vielen Abenteuern und gemeinsamer Übernachtung im Zelt, hat Mensch und Tier schnell zusammengeschweißt.  Es muss nicht gleich zelten sein, aber viel gemeinsame Zeit verbringen erscheint wichtig.

 Insgesamt waren die ersten Wochen sehr intensiv, alle haben viel gelernt, besonders der kleine Perro ist sehr gelehrig und neugierig.

 

 

Was kam ganz anders als gedacht?

 

Ehrlich gesagt kam garnicht so viel anders als gedacht. Erfreulicherweise ist alles nahezu so eingetreten, wie wir uns das vorgestellt haben.

 Wie hat sich euer Leben mit dem Perro verändert?

 

 

Wo kamen Probleme?

 

Beim Zahnen. Da haben unsere Fußleisten gelitten. Aber der materielle Schaden ist durch die vielen gemeinsamen tollen Stunden schnell vergessen...

 

 

Wann war der Welpe stubenrein?

 

Nach ca. 3-4 Wochen.

 

 

Was ratet ihr den anderen Welpeninteressenten?

 

Man übernimmt Verantwortung für ein Lebewesen, daher sollte die Entscheidung bewusst und mit der Stimme aller Beteiligten erfolgen. Der Tagesablauf ist nicht mehr rein selbstbestimmt, sondern zu großen Teilen auf die Bedürfnisse des Tieres zugeschnitten. Dies betrifft sowohl Alltag als auch Urlaub, bei Regen und Frost. Es sollte klar sein, dass man dies möchte.

Hilfreich ist der Kotakt zu anderen HundebesitzerInnen und deren Tieren. Im besten Falle verstehen sich Mensch und Tier, gemeinsames Toben ist unersetzlich.

Je nach eigenem Anspruch, sollte die Wohnung / das Haus ausgestattet sein; eine „Dreckschleuse“ist sinnvoll. Der Perro haart zwar nicht, streut aber und der Hang zu schlammigen Pfützen gepaart mit langem, lockigen Fell bringt häufiges Abspülen mit sich.